Eine Frau mit rötlichen Haaren und Brille trägt ein schwarzes Sakko. Ihre Arme sind vor dem Oberkörper verschränkt. Sie blickt in die Kamera und lächelt selbstbewusst.

Aktuelles

Seit dem 01.10.2025 vertrete ich die Professur für Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Rostock.

Ebenfalls seit dem 01.10.2025 bin ich Fellow des Jungen ZiF (Postdoc-Netzwerk des Zentrums für interdisziplinäre Forschung Bielefeld).

Zuvor war ich Postdoc im SFB CRC1646 Linguistic Creativitiy in Communication (Projekt INF) an der Universität Bielefeld. Mein Schwerpunkt hier liegt auf Open Science und methodisch-statistischer Unterstützung für die anderen Projekte im SFB. Davor war ich Postdoc am Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover und arbeitete im Team von Prof. Dr. Gabriele Diewald.

Forschung

Als Korpuslinguistin arbeite ich datengeleitet und gebrauchsbasiert. Mich interessiert, wie sprachliche Funktionen zustande kommen und besonders, wie sich funktional ähnliche, nah synonymische Strukturen differenzieren lassen. Das ist eng verbunden mit der Entwicklung klar operationalisierbarer Parameter der Analyse.

Meine Forschungsinteressen liegen im Bereich unterschiedlicher Grammatikalisierungs- und Pragmatikalisierungsphänomene (Politt & Diewald 2024, Politt & Willich 2024), dem Status grammatischer Kategorien in Netzwerken, und Intensivierern und Konditionalsätzen als Konstruktionsfamilien.

In meinem Habilitationsprojekt beschäftige ich mich mit Subjektivierung als familienbildender Strategie aus unterschiedlichen Perspektiven: (1) aus Perspektive der Grammatikalisierung anhand der Relation zwischen Passiven und passivähnlichen Konstruktionen, (2) aus Perspektive der Pragmatikalisierung von Intensivierungskonstruktionen, und (3) aus Perspektive des Übergangsbereiches von Grammatik und Diskurs anhand von Heckenausdrücken.

Mit Alexander Willich (HHU Düsseldorf) arbeite ich zu NP-externen Intensivierern im Deutschen (Vorträge, Politt & Willich 2024, i. Vorb.). Bei der DGfS Jahrestagung 2026 habe ich gemeinsam mit Alexander Willich, Louis Cotgrove und Annelen Brunner (beide IDS Mannheim) einen Workshop zu Intensivierungsstrategien organisiert. Mit Torsten Leuschner (Universität Gent, Belgien) erforsche ich Relevanzkonditionale im Deutschen im Kontrast zum Niederländischen und Englischen (Vorträge, Politt, Leuschner & Vander Haegen in Begutachtung).

In meiner Dissertation, Formen und Funktionen von Paradigmen, habe ich mich mit dem Konzept grammatischer Paradigmen und der Funktionalität der Bewertung phorischer Nichtfaktizität innerhalb der Kategorie Modus beschäftigt. Hier habe ich mich auf folgende Punkte fokussiert:

  • das theoretische Konzept grammatischer Paradigmen als Beschreibungsmittel grammatischer Kategorien in Abgrenzung zu einem morphologischen Verständnis von Paradigmen und zu konstruktionsgrammatischen, netzwerktheoretischen Ansätzen (siehe auch Politt 2019, Diewald und Politt 2020, 2022),
  • die funktionale Struktur der grammatischen Kategorie Modus im Deutschen und wie Grammatikalisierungsprozesse diese umstrukturieren (siehe auch Politt 2019, Politt und Diewald 2024),
  • der Grammatikalisierung von epistemischen Modalverben als Ausdrucksmittel phorischer Nichtfaktizität (siehe auch Politt 2023, 2024).

Ich lege Wert auf Professionalisierung in der akademischen Lehre. Seit dem Wintersemester 2017/18 erprobe ich in meinen Veranstaltungen die Umsetzung von Lehre nach dem Inverted Classroom-Konzept. In den Online-Semestern während der Corona-Zeit erlebte die Umsetzung des Konzepts unter dem Stichwort Blended Learning einen neuen Aufschwung. Die Abteilung ZQS/elsa der Leibniz Universität Hannover hat ein Interview mit mir über das Inverted Classroom-Prinzip gedreht, das hier abrufbar ist. Zusätzlich verbinde ich Gamification-Elemente mit meiner Lehre in Grundlagenveranstaltungen (siehe auch Politt 2024, 2026). Für meine Lehre habe ich 2022 den Lehrpreis der Leibniz Universität Hannover und den niedersächsischen Wissenschaftspreis verliehen bekommen. Darüber gibt es auch ein Video bei YouTube.